Montag, 19. Januar 2009

Januar 2007

Im Januar vor zwei Jahren wurde für euch beide zusammen der Stubenwagen in der Küche zu klein. Zum Glück hatten wir ja das schöne Laufgitter zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da lagt ihr dann und hattet mehr Platz zum Spielen und Schlafen in der Küche.Acht Wochen alt (Paula rot, Johanna orange)
zehn Wochen alt (Paula links, Johanna rechts)
Elf Wochen alt (Johanna rot, Paula im Jeanskleid - Geschenk von Kirsten)
"Dick und Doof" - zehn Wochen alt. Da habt ihr einen ganzen Nachmitag wild rumgetobt, ohne auch mal nur kurz zu Schlafen.
Wenn ich hier schon unvorteilhafte Bilder von Euch zeige, dann noch eins von mir:
Mit dem genialen Zwillingstragesack konnte ich Euch einfach überall mithinnehmen.
Zwei kleine Engel schlafen in Wilsdruff in der Bibliothek auf dem "Wickel"-tisch. Der Wickeltisch war für Euch fast immer ein Platz zum Genießen.
Mit zehn Wochen wog Paula 4440 Gramm und
Johanna 3980. Damit habt ihr fast euer Geburtsgewicht verdoppelt.
elf Wochen alt, eingestrickt von Isolde,Johanna rot, Paula orange.

Genesung

Wir genesen langsam alle wieder. "Euervater"* ist schon wieder gesund. Ihr seid noch sehr blass und erkältet und ich bräuchte noch ein wenig Ruhe (Wenn ich es schaffe, zwei Bücher am Tag zu lesen, obwohl ihr da seid, dann ist das die beste Medizin.)

Ihr hattet am Wochenende viel Spaß beim "Boot fahren". Ab und zu kamen hohe Wellen und schaukeltet euch durch.


Eine Welle brachte lieben Besuch von der Nonna, dem Nonno und dem Martin mit. Jetzt habt ihr endlich einen eigenen Schlitten, den wir auch noch genau einmal nutzen konnten, bevor der Schnee wegtaute.
Am Sonntag haben wir gemalt. Auch hier ist es sehr interessant, wie ihr mit Farben eure Persönlichkeiten ausdrückt. Johanna- sanft, filigran, mit nur einem Finger und mehreren Farben und ständig plappernd, was sie da gerade malt (Jona, 3 Noahs mit Baby im Bauch, Engel, Kreise...) Und Paula- meist mit allen Fingern voller Farbe (nur eine- rot), breithändig ein Blatt (und alles in der Umgebung) zukleisternd. Kreise, Elefanten und Popos mit so viel Engagement malend, dass die Farbe bis zur Lampe spritze.
Johanna legt los.
Johanna malt "Jona"
Paula schwelgt in Rot.
Paulas "rote Reihe".

Ihr seid gerade sehr wissbegierig und wollt "lernen und lesen". Das gehört für euch zusammen seitdem ich mal nebenbei erwähnt hatte, dass der Martin in der Bibliothek noch lernen und etwas lesen muss (und deshalb nicht zu Besuch kommen kann). Ihr lernt gerade "messen" mit meinem Lineal, was ihr euch ständig von meinem Schreibtisch klaut ("Meter" und "Sendermeter"), könnt "Rechts" und "Links" an euren Körperteilen zeigen, fragt nach Namen von den hebräischen Buchstabenmagneten am Kühlschrank und schnattert diese eifrig nach.

Ihr wollt gerne, dass jeden Tag Besuch kommt. Und wenn die Leute, die ihr gerne um Euch hättet schon nicht kommen, weil sie arbeiten müssen oder zu weit weg wohnen, dann habt ihr immer eine Lösung parat: ihr bringt mir das Telefon, wollt sie anrufen und sagen, dass sie kommen sollen. Oder ruft gleich alleine an.

* Ihr sagt tatsächlich "Euerpapi", "Euervater" bzw. "Euremama", Euermutter". Possesivpornomen übt ihr zur Zeit eifrig und dann kommen schon mal solche Wörter raus. Die Variante "Euervater" entspringt allerdings einem Roman von Meir Shalev.

Dienstag, 13. Januar 2009

Trennungsschmerz

Dreieinhalb Stunden!

So lange waren Paula und Johanna heute voneinander getrennt. Sie haben beide sehr gelitten. Paula hat seit gestern abend hohes Fieber und "Aua im Mund". Nachdem das Fieber heute früh immer noch sehr hoch war und es mir auch immer noch nicht besser ging, ist Markus mit Paula zum Kinderarzt. Unsere aufgeweckte, mondsüchtige Johanna und ich blieben zu Hause und warteten und warteten und warteten. Johanna, die bis zu dem Zeitpunkt wirklich gute Laune hatte, setzte sich, nachdem Paula und Markus aus der Tür waren hinter unsere Wohnungstür und jammerte zwei Stunden lang "Meine Paula, meine Paula, meine Paula..." , "Paula wieder kommen", "Paula streicheln" und diverse andere herzzerreissende sehnsüchtige Schluchzer. Sie konnte sich auf nichts konzentrieren, nichts spielen. Alles, was sie anfing, brach sie nach wenigen Minuten ab und meinte "Paula zeigen" und rannte zum Fenster, gucken, ob sie wiederkommen. Die letzte Stunde verbrachten wir dann auf dem Sofa Bücher vorlesend und immer mit einem halben Auge am Fenster.
Markus berichtete, dass sich Paula im Wartezimmer für nichts interessiert hat, beim ihm auf dem Schoß hing und nur ab und zu mal nach der Johanna gefragt hat und nach zwei Stunden warten einfach wieder nach Hause wollte. Sehr verständlich. Da wartete ja schließlich nicht nur eine halbierte Johanna sondern auch noch das besorgte Mütterlein.
Als sie dann endlich wieder da waren und Paula ihre Erlebnisse beim Dr. Schwieger erzählte, war Johanna ganz besorgt um sie. Beide gingen ganz brav und "ohne [The]ater" zur Mittagsruhe ins Bett und küssten sich vorm zu Bett gehen. Abends war der Trennungsschmerz aber bereits wieder überwunden. Da konnte Johanna der Paula schon wieder in den Po zwicken.

Trennungsituationen sind für die Beiden wirklich sehr speziell. Johanna erzählt ja jetzt noch, dass sie am 1. Advent in Wilsdruff mit der Nonna alleine beim Bäcker war und die Paula in der zwischenzeit mit dem Nonno Lotto gespielt hat. (Da handelte es sich um maximal eine Viertelstunde Trennung!) Manchmal kommt es vor, dass eine noch schläft und eine schon wach ist. Dann kann man mit einer alleine nichts anfangen. Sie laufen wie völlig ferngesteuert durch die Gegend, können sich auf nichts konzentrieren und der Satz "Hanna/ Paula schläft noch" wird mantraähnlich wiederholt. Eben halbiert. Unvollständig. Eigenartige und wunderschöne Zwillingsbande.

Und sonst? Paula hat immer noch Fieber, entzündete Ohren/ Hals/ Zahnfleisch und wer weiß, was noch alles so kommt. Liegt jetzt bei uns im Bett und ruft immer mal "Mona Mona Mona" Wenn jemand weiß, was das heißen soll, sind wir für jede Erklärung dankbar. Wir haben keine. Johanna war auch ganz heiß beim zu Bett gehen. Und uns gehts mit unserer ominösen Nachtkrankheit auch nicht wirklich besser. Aber wir werden uns gleich alle vier ins Bett kuscheln und trotz Kranksein das Zusammensein genießen! Gute Nacht!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Macht Frischluft müde?

Nein, keineswegs! Das Schlittenfahren setzt bei den Kindern so viel Adenalin frei, dass an Schlaf mittags und abends nicht mehr zu denken ist. Die verlängerte Tageszeit wird aber zu viel mehr Kaspereien und aufgekratzem Rumtoben genutzt. Meist auf Kosten der Nerven des armen, von Darmgrippe geplagten Mütterleins.
Nur der Hunger ist größer. Fast unstillbar. Selbst Rohkost wird verwertet.
Die zwei Rabaukinnen kurz nach dem Aufwachen. Da hatten sie bereits alleine den Nonno angerufen und nachgefragt, wo der Schlitten bleibt.
Gespielt wird aber trotz allem Schneetreiben wunderschön mit dem Kaufmannsladen.
Neueste Lieblingsbeschäftigung ist "Bibliothek spielen": Bücher in einer Reihe auf dem Tisch anordnen, einen Stapel bauen und diesen aufs Sofa tragen, Bücher durchblättern und kommentieren und wieder zurück ins Regal räumen. Bisher ist es eine reine Präsenzbibliothek. Ich durfte noch nichts ausleihen.
Und: wir haben ein neues "Karlchen"-Buch. Nebem dem Einkaufen gibt es jetzt auch noch eine "Guten-Morgen" und eine "Gute-Nacht"-Variante von Karlchens Erlebnissen, die eifrig auf unseren Alltag übertragen werden.

Montag, 5. Januar 2009

Weihnachten 2008 - Die Vorbereitungen

Hier kommt der versprochene Bericht über unsere wunderschönen Weihnachtsfesttage. Aber scheibchenweise.

Ab 20. Dezember hatte Markus schon Urlaub und wir genossen seitdem unsere Viersamkeit, die viele Zeit zum Spielen und Lesen und erledigten nebenbei allerlei Vorbereitungen für das große Weihnachtsfest. Zum Glück hatten wir zwei eifrige kleine Helferlein, die sich über Hausarbeit von Herzen freuen können und da nicht zu bremsen sind:
Ersteinmal warmkitzeln...
... dann Betten abziehen...
... und Wäsche waschen...
... und das "Gloria" in Engelssprache (Latein) anstimmen, beim "Gloria" mit den Händen - äh Flügeln - schlagen und beim "Halleluja" in die Hände klatschen. Dann die "Engelsprüfung" ablegen und...
eine Gans ausnehmen und braten.

Die erste Gans in meinem Leben. Ich kann es hier schon verraten: sie war köstlich! Und es hat mir viel Spaß gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas kann. Die Kinder durften vorkosten und verputzten in Windeseile den Gänsehals.

Wir hatten noch Besuch von der "Lilili", erledigten die restlichen Weihnachtseinkäufe und genossen die vielen kleinen Heimlichkeiten vor der großen Bescherung.

Sonntag, 4. Januar 2009

Huiiiii, Huiiiii

Nachdem es sogar in Leipzig richtig geschneit hat, der Schnee auch liegengeblieben ist und die Straße, der Fußweg und der Fockeberg vorm Haus zu einer Art Volksfestplatz geworden sind, auf dem halb Leipzig rutscht und schlittert, waren die Kinder heute nachmittag zum ersten Mal bewußt in wirklich tiefen Schnee (für sie kniehoch) und sind zum ersten Mal Schlitten gefahren. Ganz entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten hatten sie gar keine Angst und wollten immer mehr und immer schneller den Berg runterfahren. Da wir den Schlitten nur mal kurz geborgt hatten, mussten sie ihn wieder abgeben und waren ganz traurig darüber... Aber morgen können wir uns einen anderen Schlitten borgen. Da geht der Spaß dann weiter. Und vielleicht kommt ja am Dienstag eine Lieferung vom Schlittennotdienst aus Wilsdruff an.

Kleine Aktualisierung: Heute vormittag haben wir uns dann an die echten Abfahrten rangetraut. Unter großem Gejuchze sind wir mehrmals den Fockeberg von ganz oben bis zur Haustür runtergerodelt. "Nochmal! Nochmal! Nochmal!" Den Kindern kanns nicht schnell genug gehen. Heute nachmittag gings dann auch im dunkeln noch weiter. Nur war dann der Schlitten etwas zu kurz für uns zu dritt. Der Schlittennotdienst leidet selber unter Schnee und Eiseskälte und kann leider nicht kommen, so dass wir uns weiterhin mit geborgten Schlitten begnügen müssen.

Als Johanna gestern zum ersten Mal einen Skifahrer sah, fragte sie entgeistert "Was das denn?" Und konnte überhaupt nicht verstehen, wozu man so was komisches macht ;) . Vor allem das Thema "Skistöcke" kam ihr unheimlich vor. Ganz die Mama.

Freitag, 2. Januar 2009

Viva la Bloguloción!

Ich wünsche allen schon verzweifelten Lesern, die hier vergeblich nach Neuigkeiten gesucht haben, ein gesegnetes und frohes neues Jahr! Ich bin noch im Weihnachtsurlaub und blogge erst wieder, wenn bei uns der Alltag wieder los geht. Also Geduld!

Hier noch ein Link zur Erheiterung als kleiner Trost: http://www.spiegel.de/video/video-44818.html .