Freitag, 27. November 2009

Erev Chag

Die letzten Taschentücher sind gebügelt. Die Haare zum ersten Mal beim Friseur geschnitten. Der erste Besuch ist da! Die Lieder angestimmt... Es kann losgehen!
Paula
Johanna

Endlich ist November!

Der Kalender wurde umgedreht! Jetzt nur noch 8 Tage warten... und dann ist es soweit! Wir werden 4, äh 3!

Geburtstagsvorbereitungen im Oktober

Paula und Johanna sind schon ganz gespannt auf ihren Geburtstag und warten sehnsüchtig darauf, dass endlich das Kalenderbild umgeblättert werden kann, November wird und bereiten schon das große Fest eifrig vor:
Sie lesen Bücher über Feste und Feiern.
Räumen ihr Zimmer auf.
Decken ihren Tisch und probieren, wie der Geburtstagskuchen schmeckt und wie die Lieder klingen.
Üben an den richtigen Stellen beim Lied "Und wer im November geboren ist, tritt ein, tritt ein, tritt ein..." einzutreten sowie schöne Knickse und Synchrondrehungen.
Und basteln Einladungen für die zahlreichen Gäste. (Dass fünf fünfjährige Jungs hier erscheinen konnte ich noch verhindern. Das sparen wir uns für die nächsten Jahre auf.)

Dienstag, 29. September 2009

Überraschung!

Wir freuen uns und überlegen uns bald einen neuen (Blog-)namen.

Wir sind jetzt Kindergartenkinder!

Auf die Plätze! Fertig! Los!

Unmittelbar nach unserem Urlaub brach für Paula und Johanna eine neue Epoche an und das Leben als Kindergartenkind begann. Für uns alle gibt es ab jetzt einen neuen Tagesrhythmus, neue Terminzwänge und neue Autoritäten, und neue Lücken in der gemeinsam erlebten Zeit. Die Kinder gehen in den evangelischen Kindergarten unserer alten Kirchgemeinde in Connewitz. Das ist der älteste Kindergarten in Leipzig. An der Fassade des Gebäude in der Meusdorfer Straße steht ganz groß "Kinderbewahranstalt". Wir sind sehr froh, dass wir wenigstens die Halbtagsplätze da bekommen haben und warteten alle sehr gespannt auf diese neue Zeit. Es ist ein wirklich schöner Kindergarten. Er ist ein bißchen so, wie ich mir meinen Kindergarten als Kind immer gewünscht habe und wie ich ihn mit meinen Puppen immer nachgespielt habe.

Die Kinder waren nach dem Urlaub sehr übermotiviert. Wir hatten ihnen ja erzählt, dass sie, wenn wir wieder zurück sind, große Kindergartenkinder sind und sie alleine in den Kindergarten gehen können. Wir haben auf den langen Autofahrten theoretisch Kindergartensituationen durchgesprochen, die Kinder kannten ihre Erzieherin schon von einem Schnuppernachmittag vor dem Urlaub... und wollten endlich loslegen, groß und selbstsändig sein. "Wir gehen ohne Mama in den Kindergarten" - das erzählten sie überall rum.

Am ersten Tag sind wir zusammen mit dem Fahrrad hingefahren. Ich habe noch mit gefrühstückt, die Sachen ausgepackt und dann schickten mich die Kinder mutig raus, gingen selber ans Fenster und wollten mir winken und winkten auch ganz vergnügt durch die Scheibe. Ich habe dann immer mal noch heimlich ins Zimmer geschaut: da saßen beide am Basteltisch und schnippelten wild und eifrig mit echten Scheren umher. Die ersten Tränen flossen dann, als die Spielzeit vorbei war, es in der Gruppe etwas hektischer wurde und der erste von zig folgenden Kindergeburtstagen gefeiert wurde. Von da an musste ich dann immer mit dabei sitzen und durfte auch nicht mehr gehen. Vom zweiten Tag an wurde es jeden Tag schlimmer. Vor allem Paula schluchzte sofort los, sobald ich auch mal nur ihre Hand losließ. Der Mut des ersten Tages war verflogen und alles Neue für die Kinder viel zu viel. Zu Hause wurde das gegenüber Markus ganz anders dargestellt: in ihren eigenen Erzählungen waren sie die Heldinnen, denen es im Kindergarten gut gefällt, wo sie selbstbewusst auftreten und wo sie mit den großen Jungs die wildesten Dinge unternehmen - (natürlich ohne Mama)... .

Diese stressige Eingewöhnungszeit ist zum Glück nun längst vorbei. Nach zwei Wochen im Kindergarten bleiben beide alleine da. Auch bis nach dem Mittagsessen, was beide erstaunlicher Weise hungrig verspeisen, obwohl es mit dem gewohnten gewürzten Essen zu Hause keinerlei Ähnlichkeit hat. Meist muss unbedingt "Schnulli-Gall-gall" mit in den Kindergarten. Bei Paula purzelten früh beim Abschied immer mal noch ein paar Tränchen. Aber die mehr aus Bock als aus wirklichem Abschiedsschmerz. (Sie kündigte früh zu Hause meist an, dass sie "im Kindergarten mal so richtig Theater machen wolle" - und dem Versprechen kam sie dann eben nach. Mittlerweile kann Markus früh die Kinder abgeben und ich hole sie dann mittags ab.

Sie gehen beide jetzt wirklich gerne, wecken uns immer zeitiger und stehen teilweise mit Rucksack und Schlafanzug an unserem Bett, wollen los und erzählen aller Welt, dass sie schon ein großes Kindergartenkind und kein Baby mehr sind.
Wir gewöhnen uns auch langsam an alle Abläufe, Feiern, Events und festen Wochenereignisse der Meisengruppe und daran, dass ein großer Teil des Tages, der die Kinder prägt, für uns völlig entzogen ist und wir auch nicht viel mitbekommen, was da wirklich los ist, was die Kinder unternehmen und wie sie sich verhalten... Zu Hause werden uns die phantasievollesten Geschichte aufgetischt oder meine Fragen grundsätzlich gegensätzlich beantwortet: Grundtenor ist jedenfalls, dass sie sich da beide wohl fühlen, immer mehr aufblühen und ihre Frechheiten auch im Kindergarten präsentieren (den Waschraum haben sie schon einmal völlig unter Wasser gesetzt), nicht mit anderen Mädchen, wenn überhaupt, dann nur mit den größeren der Gruppe und am allerliebsten und überhaupt nur mit den fünfjährigen Jungs spielen, viel basteln, schnipseln, kneten, malen, sägen, hämmern, draußen mit Puppenwagen rumfahren, an der Wasserpumpe matschen und viel Spaß am Turnen haben, sich wirklich entfalten können und hunderte von neuen Liedern lernen . Eine zur Zeit in der Gruppe anwesende Praktikantin haben sie völlig für sich okkupiert und diese wird eifrig rumkommandiert. Sie kommen nach Hause und sagen zu mir: "Ich kein Mamakind mehr. Ich bin ein Beate-Kind" (So heißt die Erzieherin). Mittlerweile lassen sie auf Beate nichts mehr kommen, wollen immer neben ihr sitzen und buhlen um ihre Aufmerksamkeit. Am Anfang klang das noch etwas anders: "Die Beate soll nach Hause gehen und die Mama mit in den Kindergarten kommen. Die kann das viel besser"
Oder sie erzählen mir Dinge wie, dass sie mit der Beate geschimpft haben, weil sie den Tisch mit Essen drauf umgekippt hat. Und es stellt sich dann heraus, dass die Kinder in derMorgenandacht die Sturmstillungsgeschichte nachgespielt haben und dass Beate dafür einen Esstisch umgedreht und daraus ein Boot gebaut hatte...
Ihre besten Freunde heißen Konrad und William. Die spielen sie dann zu Hause immer als Rollenspiel und machen deren Dummheiten nach.

Am Anfang war es ziemlich schwierig mit dem neuen Tagesrhytmus. Ich muss die Kinder nach dem Essen kurz nach 12 Uhr im Kindergarten abholen. Da sind sie von dem erlebnisreichen Vormittag meist so müde, dass sie im Hänger einschlafen und dann zu Hause nicht mehr schlafen wollen, womit ich mehr Ärger habe als vorher, weil ich in der Mittagszeit zu nichts komme und dann nachmittags zwei quengelnde und unausgeschlafene Kinder habe, mit denen man nichts anfangen kann. Aber mittlerweile haben sie sich an die neuen Zeiten recht gut gewöhnt und solche Stresstage werden langsam die Ausnahme.
Johanna alias Pippi Langsstrumpf in neuem italienischen Lieblingsshirt mit Glitzerhase.
Paula will auch imer ganz schick sein. Hält aber meist nicht still zum Zöpfe flechten.

Italienurlaub 2009

Paula und Johanna genießen Siena

Endlich, endlich! Hier gibt es für facebook-Nutzer ganz viele Bilder von unserem wunderschönen Italienurlaub in der südlichen Toscana rund um Siena vom August des Jahres. Wir haben so viel Schönes erlebt und gesehen, dass ich das hier nicht alles aufschreiben und alle Bilder zeigen kann. Wer einen ausführlichen Urlaubsbericht wünscht, der muss sich an und direkt wenden... oder sich mit den wenigen Impressionen hier begnügen.
So ein Bild von den Dreien in Siena gibt es an fast gleicher Stelle von unserem letzten Urlaub 2007. Für Stadtausflüge kam unser genialer Kinderwagen nun letztmalig zum Einsatz.
Leipziger Löwinnen erobern sich Kunst und haben viel Spaß am Dom und Baptisterium in Siena.
Johanna übt Fassadenkletterei und will ihre Künste auch mal an Nonnos Dom ausprobieren.
Der Kreuzgang in Torri ist auch klettergeeignet.
Berge sind zum runterhüpfen da,
und römische Brücken für Mutproben.
Die "blauen Kletterstühle" in der "Kirche ohne Dach" (San Galgano) waren in den Augen der Kinder der Höhepunkt des Urlaubs.
Zisterzienserarchitektur hat bei den Kindern den tiefsten Eindruck hinterlassen und nach ausführlichen Tests an anderen Orten gegenüber romanischen Bauten den größeren Spaßfaktor:
Und sonst waren wir wandern:und ausruhen,
Pfauen und Hühner jagen,
und haben das Leben im wunderschönes Podere Campalfi genossen.
Wir haben keinen Spielplatz ausgelassen,kein Bad in der Merse,
und natürlich kein Eis.
Der Rückweg nahm mehr Zeit und Nerven in Anspruch als eingeplant. Zum Glück war dieser Urlaub schon völlig problemlos windelfrei. So dass auch lange Strecken, Stau und diverse Pulleranliegen, die von unserem freundlichen Fahrer sofortigst bedient wurden, kein Problem waren. Notfalls hielten wir auch Mitten auf der Autobahn.Einen Tag pausierten wir noch bei Cecily am Brombachsee, bevor wir wieder nach Leipzig zurückfuhren und für uns alle ein neuer Lebensabschnitt begann.

Dienstag, 4. August 2009

Noch mehr Freiheit!

Nach 999 Tagen hinter Gittern durftet ihr endlich in einem gitterlosen Bett schlafen.
Nachdem ich die Betten schon mehrmals umbauen wollte und immer auf euren erbitterten Widerstand getroffen bin und ihr mir eure konservative Meinung lautstark vermittelt habt, wolltet ihr plötzlich ein "großes Bett". Gestern kam unser Haushandwerker aus Cahnsdorf eingeflogen und erfüllte euch den Wunsch.
Die erste Nacht in Freiheit schlummertet ihr süß, fast ohne "Theater" und relativ zeitig. Dafür habt ihr heute auf die erste gitterlose Mittagsruhe verzichtet. Aber ihr seid ganz stolz auf eure Betten und erzählt es allen, die ihr trefft.
Paula beim Probeliegen
Johannas Bett war noch auseinadergeschraubt. Aber sie durfte bei der Paula schon Mal mit rein.
Toben geht zu Zweit ja sowieso besser.
Johannas neues Bett quillt wie immer vor Puppen und Tieren über.
Omis Vorlesekünste waren wieder stark gefragt.